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Ich bin die Susi und um ehrlich mit
Ihnen zu sein: ich weiß nicht mehr so genau, wo ich herkomme.
Irgendwie bin ich mit meiner Schwester in so einem Garten in
Bangkok gelandet und die Eigentümer des Hauses haben sich nicht
besonders um uns gekümmert. So war das Leben sehr hart und wir
hatten nur wenig zu essen und zu trinken. Nun werden Sie
vielleicht sagen, dass eine Katze jagen kann und sich selbst
versorgen sollte. Nun, soweit zur Theorie und ich kann aus
eigener Erfahrung sagen, dass es doch sehr schwer ist gerade in
der trockenen Jahreszeit Wasser zu finden.
Ich hatte ja damals noch gemeint, dass ich besonders schlau wäre
und so machte ich meine Tour immer in der Nacht. Die Plätze, die
mich am meisten anzogen, waren andere Häuser in denen Tiere
lebten, denn dort bleibt immer Futter übrig und irgendwo steht
auch immer eine Schale mit Wasser. Natürlich war es meistens
Hundefutter das ich fand, doch was stört es die Katze, wenn der
Magen leer ist. Zumindest fand ich jedoch in der Regel frisches
Wasser und das war damals mit das Wichtigste.
Und dann war da dieser Abend als ich ganz offensichtlich ein
paar Hunde übersehen habe. Wie sie ja wissen, kommen wir Katzen
nicht besonders gut mit Hunden aus, aber das liegt wohl in
unserer Natur. Aber wie auch immer, sie haben mich erwischt und,
obwohl ich mich natürlich ordentlich geschlagen habe, wurde ich
schwer verletzt, denn sie haben mich in den Bauch gebissen. Als
einzige Rettung konnte ich mich noch unter einen Verschlag
flüchten, wo mich dann eine Haushälterin fand, die wohl durch
den ganzen Lärm alarmiert wurde. Sie sah mich dort liegen, mich:
das Opfer. Sie brachte mich sofort ins Haus, holte den
Eigentümer und dann untersuchten sie mich.
Zum Glück war dieses Haus bereits eine Zuflucht für Tiere und so
brachte mich der Mann sofort in eine Tierklinik. Dort blieb ich
dann für die nächsten zehn Tage in der Intensivstation. Es sah
nicht gerade gut aus für mich und ich verlor schon fast meinen
Mut. Man gab mir starke Antibiotika, aber die Wunde wollte
einfach nicht heilen. Ganz im Gegenteil, die Infektion wurde
sogar noch schlimmer. Als letzte Hoffnung bekam ich dann ein
speziell importiertes Antibiotikum. Dies war wohl sehr teuer,
aber es hat mich gerettet.
Ich weiß noch immer nicht, wie ich all dies verdient habe und
vor allem, dass sich diese Leute um mich, eine fremde Katze, so
sehr gekümmert hatten. Sie haben mich mit der Hand gefüttert,
mir Wasser eingeflößt, gaben mir all diese Medizin und haben
mich fast den ganzen Tag im Arm gehalten. Selbst nachdem ich aus
der Klinik entlassen wurde und zu schwach zum laufen war, durfte
ich auf einem Kissen schlafen, das auf dem Arbeitstisch meines
jetzigen Besitzers lag. Er redete viel mit mir, streichelte mich
und sorgte sich um alles was ich brauchte.
Nun, da ich mich wieder an diese schlimme Zeit erinnere, freue
ich mich umso mehr hier zu sein. Hier gibt es nämlich noch
weitere fünf Katzen. Zwar hat mein früheres Leben so seine
Spuren hinterlassen und mich eher misstrauisch gemacht, aber ich
komme inzwischen mit meinen Freunden hier ganz gut aus, auch
wenn es einige hitzige Diskussionen gab. Heute bin ich glücklich
und mein altes Leben verschwindet so ganz langsam wie ein
schlechter Traum. Ich bin keine Straßenkatze mehr und dafür bin
ich mehr als dankbar. |
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