Hilfe für Hunde und Katzen in den Straßen Bangkoks
   

Die Geschichte von Romeo

 
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  Mein Name ist Romeo und ich bin der Bruder von Juliette. Sie haben das sicher schon gehört und sie werden es noch oft hören. Ja, wir wurden beide ausgesetzt und alleine auf der Straße gelassen, genau so, wie viele andere Hunde und Katzen. Ich und meine Schwester Juliette waren noch kleine Katzen und wusste nicht, was wir tun sollten. Wir hatten nie nach Wasser und Futter gesucht und da war nun keine Mutter mehr, um sich um uns zu kümmern. So war es die beste Lösung, dass wir uns zunächst hinter einem Mülleimer versteckten oder in ein dunkles Loch krochen, um allem aus dem Weg zu gehen was da kam. Wir hatten sehr viel Angst und vor allem meine Schwester litt sehr unter der Situation, da sie eine sehr ängstliche und vor allem sensible Katze ist. Deshalb bleibt sie auch immer in meiner Nähe. Nein, ich bin kein besonders harter Bursche und ich muss zugeben, dass auch ich sehr viel Angst hatte. Aber ich konnte Juliette nicht erklären was mit uns passiert war und wo unsere Mutter war. Genauso unmöglich war es ihr zu erklären, was die Zukunft für uns bereit hielt und wie wir diese Tortur heil überstehen könnten.

In der Nacht, wenn sie sich an mich schmiegte, erzählte ich ihr von einem Platz wo man Katzen liebt und man viel zu Essen und Trinken bekommt. Ich erzählte ihr von einem Platz mit vielen Dingen zum Klettern und Kratzen und wo man die Möglichkeit hat bei hellen Tageslicht herumzulaufen ohne Angst haben zu müssen, dass man geschlagen oder getötet wird. Ein Platz mit warmen und weichen Kissen in denen man schlafen kann und Menschen, die sich um uns kümmern. Meine Schwester hat mir immer zugehört, da sie mir immer vertraut, doch ich selbst war mir nicht sicher, ob es solch einen Platz wirklich geben kann. Aber es half Juliette in der Nacht einzuschlafen und den vergangenen Tag zu vergessen. Jeden Morgen fragte sie mich dann, ob wir heute zu diesem schönen Platz gehen würden, wie lange man dorthin marschieren müsste und es brach mir fast das Herz, dass ich mir eine immer neue Lüge einfallen lassen musste.

Dann kam der Tag als uns jemand mitnahm und in einen Käfig brachte. Aber schon bald wurden wir an einen anderen Platz gebracht und einen anderen Käfig. Wie können sie so etwas ihrer kleinen Schwester erklären, die von einem Platz träumt, den sie ihr versprochen haben. Bald schon fanden wir uns dann in einer Tierklinik wieder, wo wir sterilisiert und dann wieder in den Käfig verfrachtet wurden. Juliette war in dieser Zeit mehr liebesbedürftig als sonst und betete ich zur großen Katze, dass sie uns nur dieses Mal helfen sollte. Und, was kann ich sagen: es half. Wir leben jetzt hier bei Khlongdogs und wir sind Teil einer wachsenden Katzengemeinde. Juliette schläft noch immer in meiner Nähe und wir sind noch immer unzertrennlich. Aber wir haben jetzt auch neue Freunde und spielen den ganzen Tag.

Sie hat mir dann später erzählt, dass sie nie daran gelaubt hat, dass dieser Platz wirklich existiert und es ihr klar war, dass ich sie nur trösten wollte. Doch nun fand sie hier alles wovon ich ihr erzählte und sie hatte Tränen in ihren kleinen Augen. Oh Juliette, auch ich glaubte eigentlich nie, dass wir jemals ein so schönes Zuhause haben würden, weiche Kissen auf denen wir schlafen können und Menschen, die uns streicheln und lieben. Wir können jetzt stolz sein und den ganzen Tag ohne Furcht herumlaufen. Ich sitze nun gerne auf einem Regal und beobachte meine Schwester, wie sie mit Laifu oder Lotus spielt und ich lese in ihren Augen, dass sie glücklich ist. Sie ist jetzt sicher und was kann sich ein Bruder noch für seine kleine Schwester wünschen. Sie schläft noch immer bei mir und manchmal fragt sie mich dann, ob andere Katzen auch so einen Platz wie hier finden können. Nun, was meinen sie?
   
   
 
   
 
     
     
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