Hilfe für Hunde und Katzen in den Straßen Bangkoks
   

Die Geschichte von Jolie

 
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  Ich heiße Jolie, weil ich so schön bin. Aber Schönheit ist ja auch für eine Katze nicht alles im Leben und das vor allem, wenn man so wie ich nur drei Beine hat. Meine Augen sind besonders schön und die klare blaue Farbe würde sie ohne Zweifel sofort verführen. Natürlich ist mein Fell glänzend und sehr weich und ich weiß, dass mich viele Katzen darum beneiden. Aber all das hilft einem eben nicht unbedingt dabei sein Zuhause zu behalten und ganz besonders nicht, wenn man ein Bein verloren hat. Dafür hatte ich in manch anderen Dingen Glück, da mich eine nette Dame gefunden und sich um mich gekümmert hatte. Leider konnte sie mich auch nicht behalten und so sind wir dann zu einer Ausstellung in Bangkapi gegangen, wo ich in einem Käfig ausgestellt wurde, damit mich die Leute dort sehen.

Sobald die Leute herausfanden, dass ich nur drei Beine habe, drehten sie sich schnell um und sahen sich die anderen Katzen an. Ich war mir dann auch schnell sicher, dass mich auf dieser Ausstellung niemand adoptieren würde und ich begann mich zu fragen, was ich wohl am Ende des Tages tun sollte. Wo sollte ich denn hin, würde ich immer noch ein Zuhause haben? Ich begann richtig Angst zu bekommen und ich versuchte dort ganz still zu sitzen, schloss meine Augen und versuchte nicht nach den Menschen zu sehen, die dort an meinem Käfig vorbei gingen. Aus all diesem Wirrwarr kamen dann zwei Menschen an und begannen mit meiner Dame zu reden. Dann öffneten sie die Türe meines Käfigs und ich wurde langsam heraus genommen. Nun fand ich mich in den Armen von Thomas wieder und ich blickte sofort in seine Augen, um zusehen was für ein Mensch er ist. Wir Katzen können so etwas. Aber ich war so verängstigt, dass ich ihn einfach angepinkelt habe und alles was mir dann noch durch den Kopf ging war, dass ich alle meine Chancen auf eine Adoption weggepinkelt hatte.

Er ging dann auch gleich zur nächsten Toilette um sein nun nasses Hemd zu wechseln und seine Hose abzuwischen. Zu meiner vollen Überraschung kam er dann wieder und nahm mich wieder in den Arm. Er sagte mir dann, dass er mich gerne habe und sich um mich kümmern werde. Und so wurde ich adoptiert und konnte diesen Rummelplatz dann auch bald verlassen. So wurde ich ein Mitglied bei Khlongdogs. Hier haben mich gleich so viele Katzen begrüßt und ich war mir nicht ganz sicher, ob ich nun glücklich sein sollte oder nicht. Ich entschloss mich daher zunächst Platz unter einem Sofa zu nehmen und abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln würden. Die anderen Katzen waren natürlich neugierig und blickten mich gespannt an, kreisten um mich herum und manche küssten mich sogar.

Ich habe ein Zuhause und doch macht mich meine Behinderung unsicher. Natürlich kann ich irgendwie herumlaufen, aber es ist doch schon auch hart den anderen dabei zuzusehen, wie sie herumspringen und klettern. Das werde ich nie wieder tun können. Vielleicht ist das ja der Grund dafür, dass ich manchmal grätig bin, überreagiere und so in unnötige Streitereien mit den anderen gerate. Nun, niemand ist perfekt und man muss ja auch sein Gebiet verteidigen. Aber davon abgesehen geht es mir hier ausgesprochen gut und ich habe zu Essen, zu Trinken, werde geküsst und geknuddelt und die medizinische Versorgung hier ist sehr gut.

Sie müssen verstehen, dass wir Katzen nicht nur Tiere sind, sondern auch eine Seele haben und wir haben genau so Gefühle wie ihr. Wir fühlen uns verletzt und wir erkennen, wenn wir anders sind, wenn wir eben nicht den Erwartungen entsprechen und wenn wir einsam sind. Drei Beine sind schon eine ziemliche Behinderung für eine Katze und macht es schwer sich in die Katzengemeinde zu integrieren. Aber wenn man einen beschützen Platz hat wird alles viel einfacher und es wird mir immer klarer, dass ich eigentlich eine glückliche Katze bin.
   
   
 
   
 
     
     
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