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  Mein Name ist Spirit und ich starb am 5. September 2008. Es gab in den letzten Tagen schon viel zu viele Tränen hier bei Khlongdogs und ich will nicht weiter zu all diesem Schmerz und Leid beitragen, da meine Freunde, die ich hier zurück gelassen habe, schon genug getrauert haben. Aber da ich ja doch etwas unerwartet und schnell gegangen bin sollte ich vielleicht doch meine Sicht der Dinge schildern und vielleicht, ja vielleicht kann ich all diejenigen etwas trösten, die in den letzten Wochen meines Lebens so tapfer an meiner Seite standen, mir Kraft und vor allem unglaublich viel Liebe gaben.

Als ich damals im Tempel gerettet wurde, da war ich in einem sehr schlechten Zustand. Doch während der letzten Wochen hatte ich mich wieder in einen sehr schönen Hund verwandelt. Die Leute dort im Krankenhaus waren sehr lieb zu mir und haben mich gut versorgt und doch habe ich meine Lebensgeister erst an dem Tag wieder gefunden als ich zum ersten Mal hier bei Khlongdogs war. Es war so schön hier bei Khao, Kanom, Dream, Doi und natürlich Hiso zu sein. Sie liebten mich so sehr, küssten mich den ganzen Tag und haben sich immer um mich gekümmert. Das sind die besten Freunde, die man haben kann und sie werden immer meine besten Freunde bleiben.

Und dann war da Thomas, der sich jeden Tag um mich gekümmert hat. Er gab mir zu Essen, sorgte sich um meine offenen Wunden und all die Dinge, die mich zu der Zeit noch plagten. Zusammen sind wir den Blutparasiten, den Ringwurm und das Papillom los geworden und schon bald war da auch keine offene Wunde mehr. Ich habe mich einfach nur gut gefühlt. Aber es wird vielleicht die tragische Ironie meines Lebens sein, dass ich mich dann wohl bei einem unserer vielen Arztbesuche dort in der Klinik mit dem Staupevirus angesteckt habe. Die Symptome begannen ganz unauffällig mit etwas Durchfall und einem seltsamen Husten. Beides wurde auch sofort behandelt. Doch wusste zu dieser Zeit noch niemand, dass ein ganz anderer und gefährlicher Feind bereits meinen ohnehin schwachen Körper betreten hatte und er verbreitete sich mit unglaublicher Geschwindigkeit. Schon bald hatte ich Probleme mit meinen Hinterbeinen und entwickelte ein seltsames Zucken in meinen Schultermuskeln. Der Test bestätigte unsere schlimmsten Befürchtungen.

Ich wurde dann sofort ins Krankenhaus eingewiesen und Thomas war jeden Tag bei mir, hat sich um die beste Behandlung gekümmert und doch konnte all dies nicht verhindern, dass sich das Virus schon bald bis zum zentralen Nervensystem ausbreitete und sich ab da meine Verfassung jeden Tag verschlechterte. Zuerst konnte ich meine Hinterbeine nicht mehr richtig kontrollieren und dann begannen sich weitere Zuckungen und Krämpfe im Gesicht und den Beinen zu entwickeln. Nun war es schon schwer meinen Kopf noch gerade zu halten, aber ich glaube, dass ich meine Zuversicht endgültig an dem Tag verloren habe als ich bemerkte, dass ich langsam blind wurde. Es war zu diesem Zeitpunkt als ich eines Nachts nach Thomas rief und ich glaube, dass er damals verstanden hatte was ich ihm sagen wollte. Er war dann auch stark genug mir zu helfen und mich gehen zu lassen, mir den Schmerz und den Todeskampf zu ersparen, den das Virus für die nächsten Tagen bereits für mich bereit hielt.

Als ich ging lag mein Kopf in seinem Arm, ich hörte seine Stimme und ich fühlte seine warmen Finger auf meinem Bauch und meinen Ohren. Es war für uns Beide nicht leicht und doch war dies der intimste und zufriedenste Moment meines Lebens. Ich bin in den Armen eines Freundes gestorben, der sich wirklich um mich sorgte und mich bis zum Ende nicht verlassen hatte. Ich glaube, dass wir uns das alle wünschen.

Wenn ihr so ein Leben wie ich geführt habt, dann versteht ihr wahrscheinlich, wie viel so ein paar Wochen bedeuten, wie viel das Gefühl der Liebe und der Sorge eines wahren Freundes ausmachen und wie gut sich die Freundlichkeit eines eigenen Heims anfühlt. Ich gebe auch zu, dass ich Kanom, Khao und all die anderen, die so lieb zu mir waren, sehr vermisse. Aber es gibt mehr im Leben als die Zeit und ich habe mein Leben mit Würde beendet und nicht irgendwo in einer dunklen Ecke, wie so viele namenlose andere Hunde. Ich bin Spirit und ich bin noch immer ein Mitglied bei Khlongdogs, weil Doi und die anderen mich noch immer suchen und ich für immer einen Platz in den Herzen von Paporn und Thomas haben werde. Nun bin ich hier auf der anderen Seite und ich habe mich schon mit Nicky und Hope getroffen. Wir können euch versprechen, dass wir euch alle nie vergessen werden und wir werden sehnsüchtig auf den Tag warten an dem wir uns alle endlich wieder treffen werden.

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