| |
|
|
 |
|
Mein Name ist Paula und ich bin
unerwartet am 19. März 2009 gestorben. In den wenigen Wochen vor
meinem Tod gab es eigentlich kaum erkennbare Zeichen außer
vielleicht, dass ich mich zunehmend erschöpft fühlte und in der
Folge mehr und mehr ruhig und faul wurde. Daher versuchte ich
zunächst so oft wie möglich in meinem Bungalow zu bleiben und
nur dann nach draußen in den Garten zu gehen, wenn ich mich
wirklich danach fühlte. Aber dann kam der Tag als es deutlich
wurde, dass da etwas nicht in Ordnung war, da mein Bauch ein
bisschen anschwoll und natürlich war es noch viel seltsamer,
dass ausgerechnet ich meinen Appetit verlor. Thomas brachte mich
dann auch sofort in die Klinik und dort wurde die Diagnose
gestellt, dass ich eine ernsthafte Leberentzündung hatte. Nach
mehreren Tagen in der Intensivstation sah es zunächst wieder
etwas besser aus, obwohl da noch sichtbar Wasser in meinem
Bauchraum war. Aber dann in den frühen Morgenstunden des 19.
März fiel mir zunächst das Atmen immer schwerer bis ich
schließlich bewusstlos wurde. Als ich dann schließlich aufhörte
zu atmen begannen die Ärzte sofort mit meiner Wiederbelebung,
aber es war schon zu spät. Ich hatte mich schon auf den Weg
gemacht.
Meine lieben Freunde bei Khlongdogs, ich hatte
leider nicht die Möglichkeit mich ordentlich von euch zu
verabschieden und ich habe so das Gefühl, dass ich euch mit
diesen Worten etwas trösten sollte. Das Leben eines Hundes kann
sich in verschiedener Weise entfalten, es kann ein Straßenleben
sein oder es kann in einem gemütlichen und liebevollen Zuhause
stattfinden. Nun, ich habe als kleiner Straßenhund begonnen und
als Paporn und Thomas mich damals im Lumpini Park adoptierten,
da konnte ich nicht einmal richtig laufen. Ich war so schwach,
dass ich ständig umfiel. Über die nächsten mehr als zehn Jahre
hatte ich das Privileg nicht nur unsere Nicky und den kleinen
Joey kennen zu lernen, sondern all die anderen Mitglieder von
Khlongdogs. Mehr als das durfte ich die Fürsorge und Liebe
meiner zwei besten Freunde erfahren: Thomas und Paporn. Ich
musste nie wieder hungrig ins Bett gehen und über all die langen
Jahre war ich nie ernstlich krank. Aber das Beste in meinem
Leben durfte ich ganz zum Schluss noch erleben als ich mich in
meinen letzten Monaten noch Hals über Kopf in meinen lieben,
lieben Freund Fighter verliebte.
Ja, lieber Fighter, du
hast mir eine ganz tolle Zeit geschenkt und ich habe
sprichwörtlich meinen zweiten Frühling mit dir erlebt. In dir
hatte ich einen wahren Freund und Weggefährten gefunden, einer,
der nie aufhörte mich zu küssen und das selbst dann, wenn ich
dir nicht zeigen wollte, wie sehr ich dich liebte. Du hast in
all diesen Monaten nie meine Seite verlassen und es hatte dich
nie gestört, dass ich mich nur allzu gern als sprödes Mädchen
geben wollte. Ich habe es geliebt dich mit deinen drei Beinen im
Garten herumtollen zu sehen und du hast dabei nie vergessen nach
mir zu sehen. Immer kamst du zu mir zurück, nur um mich immer
und immer wieder zu küssen. Nun kann ich es genau fühlen, wie
sehr du leidest und ich weiß, dass du immer noch auf mich
wartest. Mein lieber Freund, nun liegt es an dir mich zu finden,
aber ich bin mir sicher, dass wir uns wieder sehen. Bis dahin
sei versichert, dass du einer alten Dame die beste Zeit ihres
Lebens gegeben hast und sie wird es nie, absolut niemals
vergessen. Du bist der Wind unter meinen Flügeln und ich
verspreche dir ganz fest, dass ich auf dich gleich neben dem
Ausgang warten werde.
Und du, meine liebe Lisa, du musst
nun selbst auf dich aufpassen und es wäre gut für dich, wenn du
nicht so oft mit deiner Schwester Mona streiten würdest. Über
viele Jahre habe ich nun über dich gewacht und dich immer
verteidigt, wenn es zwischen euch beiden eine Streitigkeit gab.
Erinnere dich einfach daran, dass ihr doch Schwestern seid und
vielleicht begreift ihr Beiden, dass ihr euch mit meinem lieben
Fighter einfach eine gute Zeit machen könnt. Das Leben ist für
uns Hunde ohnehin so kurz und wenn ihr einmal durch die magische
Türe tretet, dann erst werdet ihr sehen, was ihr eigentlich
zurück gelassen habt. Es gibt nicht so viele Plätze wie hier bei
Khlongdogs und hier auf der anderen Seite fühle ich viel Trauer
für all unsere Freunde, die ihr Leben irgendwo auf der Straße
fristen mussten. So, nehmt meinen Rat ruhig an und regt euch
nicht immer so auf. Vielleicht siehst du deine Schwester Mona
einmal als das, was sie in Wirklichkeit ist: ein wunderbarer
Freund und ein großartiger Hund.
Inzwischen ist nun auch
unser Freund Joey hier angekommen und wir alle haben für ihn
eine tolle Party hier an der Palme am See gemacht. Das ist hier
ein sehr schöner Platz und wir genießen vor allem die
wunderbaren Sonnenuntergänge. Ich hätte mir ja nie vorstellen
können, dass ich einmal mit einem Kater gut auskommen würde,
aber seit ich den kleinen Romeo hier kennen gelernt habe, bin
ich ganz verliebt in den kleinen Racker. Ich rede viel mit Nicky,
Spirit und der lieben Hope über euch und wir erzählen uns
Geschichten über unsere Zeit bei Khlongdogs. Ja, es geht uns
sehr gut hier, aber wir vermissen euch auch sehr. Manchmal, wenn
ihr so durch den Garten geht und euch dann plötzlich ein kühler
Wind über den Rücken streicht, dann wisst ihr, dass wir da sind
und neben euch stehen. Wir haben euch nie wirklich verlassen und
wir werden immer ein Teil von dem sein, was wir alle Khlongdogs
nennen.
Passt gut auf euch auf bis wir uns einst wieder
sehen.
In Liebe,
Eure Paula
|
| |
|
| |
|
 |
|
| |
|
 |
|
| |
|
|
| |
|
|
|
|