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Mein Name ist Paula und ich bin ein
richtiger thailändischer Straßenhund. Als Straßenhund habe ich
natürlich früher das Leben eines Hundes auf den Straßen Bangkoks
geführt und wenn ich mich auch nicht mehr so recht an den Namen
der Straße erinnern kann, so erinnere ich mich doch noch gut an
die Lebensbedingungen, die unsere kleine Familie damals zu
ertragen hatte. Meine Eltern taten zwar ihr Bestes, um uns
Kinder gut zu versorgen, aber das Leben auf der Straße fordert
eben seinen Tribut. Daher habe ich als Kind auch nicht so gut
ausgesehen und glich einer knochigen Gestalt.
Viele Menschen in Bangkok sagen sehr oft, dass wir sie stören
und so Mancher jagt uns sogar, um uns loszuwerden. Doch in
meinen Tagen hatten wir einen Bürgermeister hier in Bangkok, der
einige gute Ideen zu unserem Thema hatte. So wurde ich eines
Tages von ein paar Leuten der Stadtverwaltung in meiner Gasse
aufgegriffen und in ein Zentrum gebracht, wo sich schon viele
Hunde versammelt hatten. Ich selbst war zu dieser Zeit ja noch
sehr jung und machte mir ausreichend Sorgen um meine eigene
Zukunft.
Auch wenn die Zeit in diesem Zentrum nicht unbedingt schlecht
war, so vermisste ich doch meine alten Freunde. Ich wurde dann
wie alle Hunde untersucht, geputzt, geimpft und sterilisiert.
Zum Glück gab es dort auch etwas zu essen und zu trinken, nicht
viel, aber es war in jedem Falle mehr als ich jemals hatte. Und
dann begannen die Leute uns plötzlich farbige Bänder mit einer
Nummer um den Hals zu binden, sie verstauten uns in Käfigen und
brachten uns dann in einen Park in der Stadt, den sie Lumpini
Park nannten.
Dort saß ich nun auf einem schönen Tuch und einem hölzernen Zaun
um mich herum. Ich betrachtete aufmerksam all die Leute, die da
herumliefen und uns anstarrten. Ich verstand damals nicht was da
vor sich ging, aber die meisten meiner Kollegen wurden
weggenommen und ich befürchtete schon, dass ich hier als einzige
bleiben würde.
Doch plötzlich kam ein Ehepaar und lächelte mich an. Zunächst
redeten sie dann mit anderen Menschen, füllten ein paar
Formulare aus, nahmen mich aber schließlich in den Arm. Ich
lernte dann später, dass sie mich adoptiert hatten und mich in
ihrem Haus aufnehmen würden. Ich war natürlich begeistert. Nach
all den Formalitäten ging es auch schon fast los, denn zuerst
kam da noch ein Kameramann und der Bürgermeister Dr. Bichit
Rattakul begrüßte uns mit einer freundlichen Stimme und fragte
mich nach meinem Namen. Verblüfft erfuhr er dann, dass mein Name
Paula sei, ein sehr deutscher Name. Alle unterhielten sich noch
für einen Moment und ich war doch sehr stolz darauf, auch einmal
im Fernsehen gewesen zu sein, vor allem an diesem für mich so
wichtigen Tag meines Lebens.
Das Haus meiner Besitzer war schön und der Garten war groß
genug, so dass man als Hund auch richtig herumtollen konnte,
ganz so wie wir Hunde das gerne haben. Ich lernte auch eine
ältere Hündin kennen, die dort schon länger lebte und mich auch
gleich ins Herz geschlossen hatte. Natürlich brauchte ich noch
einige Zeit, um meine Gesundheit wieder aufzubauen und etwas
Kraft zu bekommen. In diesen frühen Tagen war ich noch sehr
schwach und konnte kaum eine Stufe erklimmen, da ich immer
wieder hinfiel. Aber das Essen war gut und reichlich und schon
bald entwickelte ich mich zu einem schönen Hund. Manche
bewunderten auch oft mein glänzendes Fell und meine kräftige
Statur. In den folgenden Jahren kamen noch weitere Hunde hinzu
und vor einiger Zeit haben sie sogar Katzen ins Haus gelassen.
Kann man sich das vorstellen?
Inzwischen sind wir in ein anderes Haus umgezogen und wir haben
wieder einen schönen Garten. Wir Hunde haben nun die
Verantwortung für die Sicherheit des Hauses übernommen und
bewachen das Haus und den ganzen Zaun. Das machen wir Hunde sehr
gut und irgendwie müssen wir ja auch unser Gebiet verteidigen.
Abends dürfen wir aber ins Haus und dort haben wir unser eigenes
Zimmer zum schlafen. Das ist ganz toll, denn die Moskitos können
einen in der Nacht schon gewaltig plagen und wir Hunde mögen das
überhaupt nicht.
Manchmal machen wir einen Spaziergang in unserer Nachbarschaft
und ich sehe überall Straßenhunde und Katzen. Sie tun mir sehr
leid und ich hoffe, dass auch für sie der Tag kommen wird, an
dem sie ein eigenes Heim finden werden. So, das ist also meine
Geschichte und ich hoffe, dass sie mich verstehen, wenn ich
sage, dass ich so froh bin kein Straßenhund mehr zu sein. |
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