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Mein Name ist Nicky und ich
verstarb in den frühen Morgenstunden des 09. März 2004. Ich litt
viele Jahre an einer Pankreasinsuffizienz und so manchen
Problemen mit meiner Leber, doch am Ende hatte ich doch die
Möglichkeit in aller Ruhe und ohne Schmerzen oder Leiden zu
gehen. Da mich Thomas und Paporn noch immer in ihren Herzen
tragen und auch meine Asche mit meinem Bild in einem Schrank bei
Khlongdogs steht, nehme ich mir also die Freiheit mich immer
noch als als vollwertiges Mitglied der ganze Bande zu sehen.
Schließlich haben sie mich ja einmal die "Mutter aller
Khlongdogs" genannt und irgendwie ist das auch richtig.
Eigentlich wurde ich ja in China geboren und verbrachte meine
ersten Tage als Welpe bei einem Bauern, der Hunde für die
chinesische Arme züchtete. Zwar wurden meine Brüder und
Schwestern alle schnell vermittelt, doch ich blieb übrig und ich
lernte bald, dass mich keiner haben wollte. Der Bauer sah mich
daher auch eher als nutzlos an und war gerne bereit mich auch
für einen billigen Preis an die beiden Ausländer zu verkaufen,
die da an einem sonnigen Sonntag Nachmittag auf den Hof kamen.
Dreckig wie ich ja noch war führen sie mich dann nach Beijing
und ich fand mein neues Zuhause ganz im Zentrum der Stadt.
Zwischen mir und meinen zwei neuen Freunden entwickelte sich
etwas ganz Besonderes und heute weiß ich, dass es eine dieser
tiefen und dauernden Freundschaften war. Daher war es ja auch
nicht überraschend, dass sie mir einen Flug nach Bangkok buchten
als sie sich entschlossen nach Thailand zu gehen. Wir sind all
die Jahre immer zusammen geblieben und muss sagen, dass ich ein
sehr bequemes und ziemlich gutes Leben hatte. Bald nach unserer
Ankunft in Bangkok kamen dann auch neue Freunde hinzu und wir
gründeten das, was später Khlongdogs sein würde. Da Joey und
Paula, die zuerst zu uns kamen und dann waren es Mona und Lisa,
die den Weg zu uns fanden. Irgendwie bin ich ja etwas traurig,
dass ich all die anderen Hunde und Katzen nicht kennengelernt
habe, die nach meiner Abreise zu Khlongdogs gekommen sind, aber
ich bin doch sehr stolz auf die Idee von Khlongdogs.
Ich war ja selbst nie ein Straßenhund und ich bin sehr dankbar
für diesen Umstand. Aber ich kann ihnen Geschichten über das
Leben meiner Freunde auf den Straßen Bangkoks erzählen. Naja,
vielleicht überlasse ich das doch den Betroffenen selbst, die
all dies selbst erlebt haben. Ich rede noch mit allen
Mitgliedern der Khlongdogs Teams, denn schließlich bin ich ja
nur draußen und schaue zu euch herein. Wenn ich mir ansehe, was
aus der Idee über die Jahre geworden ist und wie viel Aufwand es
kostet denen ein anständiges und vor allem ehrenhaftes Leben zu
bieten, die sich eben selbst nicht helfen können, dann ich
leicht erkennen, dass es die große Liebe ist, die hier die
treibende Kraft ist. Vielleicht, ja, nur vielleicht, war es ja
auch die große Liebe, die ich Paporn und Thomas gegeben habe,
all die Küsschen und all die Dinge, die ich so tief in meinem
Herzen trug, die ihnen heute die Kraft geben all dies zu tun.
Und wenn ich heute all die Tiere hier bei uns sehe, dann fühle
ich mich selbst gut und ich weiß jetzt, dass es Hoffnung für uns
alle gibt.
In Khlongdogs können wir immer sein, was wir wirklich sind. Hier
ist eben kein Tierheim, sondern ein Platz, um ein Leben ohne
Leiden zu genießen, ohne Grausamkeiten und ohne Furcht. Es
sollte einfach mehr Plätze wie diesen hier geben, da wir alle
Gottes Kinder sind und wir alle Friede und auch Glück verdienen.
Glauben sie mir, ich weiß wovon ich hier rede! |
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