Hilfe für Hunde und Katzen in den Straßen Bangkoks
   

Die Geschichte von Nam-Tan

 
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  Mein Name ist Nam-Tan und ich kam im April 2009 zu Khlongdogs. Ich muss gleich zu Anfang zugeben, dass ich mal wieder ziemlich Glück hatte und genau genommen war es eine Rettung in letzter Minute vor einer für mich sehr unsicheren Zukunft. Ich wurde ja vorher schon einmal gerettet, aber lassen sie mich die Geschichte gleich ganz erzählen. Ich war ja vorher eine ziemlich schöne Dame und lebte in der Nähe von Minburi, einem Stadtteil von Bangkok. Dort geschah es dann eines Tages, dass ich von einem Auto angefahren wurde und sich mein Leben in einen Albtraum verwandelte. Natürlich hat der Fahrer nicht angehalten und lies mich dort einfach liegen. Ich hatte viele Verletzungen und eine gebrochene Wirbelsäule ist nur eines der Probleme mit denen ich mich heute noch herumplage. Ich hatte aber auch Glück, denn eine junge Dame hatte Mitleid mit mir und brachte mich in ein nahegelegenes Krankenhaus, wo ich dann behandelt wurde. Nach den ersten Untersuchungen wurde auch klar, dass meine gebrochene Wirbelsäule nicht mein einziges Problem war und ich eine weitere größere Operation über mich ergehen lassen musste. Durch den Aufprall wurde nicht nur meine Wirbelsäule gebrochen, sondern meine Innereien haben sich nach vorne verschoben und mussten dringend neu organisiert werden. Aber all dies ist nun hinter mir und heute arbeite ich daran, die verbleibenden Folgen meiner Lähmung zu überkommen.

Da die junge Dame, die mich gerettet hatte, keine Möglichkeit sah mich zu adoptieren, unternahm sie alles in ihrer Macht, um für mich ein neues Zuhause zu finden. So wurde ich und meine Geschichte sehr schnell in lokalen Webseiten bekannt und viele Menschen spendeten auch Geld für meine Behandlung, die ja nicht gerade billig war. Aber trotz all der Mühe konnte niemand gefunden werden, der mich adoptieren wollte oder konnte. Bedenken sie, dass es für einen Straßenhund nicht gerade einfach ist ein Zuhause zu finden und dann auch noch ein behinderter Straßenhund – genau, sie verstehen mich. Auf der anderen Seite wurde die Zeit langsam knapp, da ich nun schon über zwei Monate in dieser Tierklinik war und diese Kliniken sind nicht gerade dafür ausgelegt als Zuhause für behinderte Hunde zu dienen. Meine Zukunft sah also eher schlecht aus, um es noch freundlich auszudrücken. Jedoch erinnern sich auch viele meiner Freunde hier bei Khlongdogs an den Tag als plötzlich neue Gesichter auftauchten, die dich ansehen, dir den Bauch kraulen und dann länger als normal mit dem Tierarzt reden. Nun kann man uns Straßenhunde ja nicht so einfach beeindrucken, aber die zwei Menschen kamen wieder und ich wusste, dass dies der Tag ist, mein Tag. Um es kurz zu machen: Paporn und Thomas nahmen mich mit und so wurde ich ein Mitglied bei Khlongdogs.

Zunächst war ich natürlich etwas unsicher als ich alle meine neuen Freunde hier traf. Aber nach ein paar Tagen begann ich den Bungalow zu schätzen in dem ich nun mit Fighter, Mona und Lisa lebe. Und so ein tolles Team sind sie. Sie haben mich von Anfang an akzeptiert und das obwohl ich ja behindert bin. Aber sie haben wohl gleich erkannt, dass ich eben kein normaler Hund bin. Jedenfalls mögen sie mich und heute rolle ich mich genüsslich auf dem Boden, habe meinen Fighter in den Armen und wir küssen uns. Ja, wir führen ein ziemlich ausgelassenes Leben hier. Man muss sich das ja auch vorstellen, dass die hier die Essnäpfe miteinander teilen. Zunächst war das ja für mich ziemlich befremdlich, aber es scheint zu funktionieren. Mein Team ist also echt toll und ich fühle mich sehr wohl hier. Ich darf auch ausreichend im Garten spazieren gehen, aber all dies ermüdet mich doch ziemlich schnell. Ich muss da mehr für meine Muskulatur tun, damit ich all die Dinge hier auch richtig nutzen kann.

Zweimal in der Woche gehe ich noch in die Klinik zur Krankengymnastik und so anstrengend dies ja auch sein mag, es hilft mir doch sehr. Dort bekomme ich Massagen, mache meine Laufübungen auf richtigen Fitnessgeräten, gehe mit meiner eigenen Rettungsweste zum Schwimmen und dann stimulieren sie meine Muskeln mit diesem komischen Gerät, das mir immer so ein Kribbeln in meinen Hinterbeinen verursacht. Es hat sich viel verbessert, aber was mich wirklich antreibt sind meine neuen Freunde und das Glücksgefühl, dass ich endlich aus dem Käfig heraus gekommen bin. Ich kann mich nun in die Sonne legen und mich frei bewegen wie ich es will. Mal sehen, ob ich je wieder so viel Kraft habe, um zu laufen und vielleicht gelingt es mir ja auch noch meine Nerven dazu zu bewegen, dass sie endlich wieder das tun was ich eigentlich will. Aber die Zukunft sieht ganz gut aus.

Als ich hier in mein neues Team kam hörte ich, dass Joey und Paula bis vor kurzem hier lebten und das gab mir doch viel zu denken. Beide waren Gründungsmitglieder bei Khlongdogs und ich wünsche mir so sehr, dass ich sie noch kennenlernen würde. Aber sie sind beide gegangen und ich fühle wie sehr sie noch immer in den Herzen der Anderen hier weiter leben. Natürlich gibt es hier auch die üblichen Hundestreitereien und selbst die Katzen haben so ihre wilden Tage. Doch liegt über allem ein tiefes Gefühl der Freundschaft, ein geteiltes Schicksal und viel Liebe. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl und die Zuversicht, dass ich nun doch noch ein gutes und friedliches Leben vor mir habe. Vergessen wir einfach mal meine Behinderung – ich habe jetzt ein Zuhause!
   
   
   
 
     
     
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