Hilfe für Hunde und Katzen in den Straßen Bangkoks
   

Joey erliegt dem Krebs

 
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Mein Name ist Joey und ich bin am späten Abend des 1. April 2009 nach einem kurzen, aber heftigen Kampf dem Krebs erlegen. Ich folge damit meinen alten Freunden Nicky und Paula, die immer hier mit mir bei Khlongdogs waren. Der Krebs hatte sich zunächst in meiner Leber entwickelt und sich dann in meinem kleinen Körper verbreitet bis ich schließlich so schwach war, dass ich selbst nicht mehr essen konnte. Es ist eine schlimme Krankheit und ich hoffe, dass dies meinen anderen Freunden hier bei Khlongdogs erspart bleiben wird. Aber selbst die schlimmsten Dinge haben eine gute Seite und wurde mir die Möglichkeit gegeben zu erfahren, was Liebe und Zuneigung in dieser Welt bedeuten können. Ich bin so dankbar, dass ich während dieser harten Zeit nie allein gelassen wurde und ich durfte feststellen, dass Menschen auch wundervolle Wesen sein können. So war Paporn zu jeder Tageszeit bei mir, gab mir zu Essen, versorgte mich mit Medikamenten und Wasser, hat mich gewaschen, mich zum Arzt gebracht und versucht mich mit thailändischen Liedern aufzumuntern. Es ist daher kaum verwunderlich, dass ich meine letzten Minuten mit meinem Kopf in ihren Armen verbringen durfte. Sie wusste, dass dies die Nacht ist und sie blieb bis zum Ende bei mir. Liebe Paporn, ich weiß, dass ich immer dein Liebling war und selbst wenn ich dir gehörig auf die Nerven ging hast du nie von mir abgelassen. Ich will dir wirklich von ganzem Herzen dafür danken.

Ich hatte ein gutes Leben und über die mehr als zehn Jahre, die ich hier bei Khlongdogs verbringen durfte, war ich nie wirklich krank. Im Grunde war ja mein einziges Problem, dass ich immer gerne gegessen und so das eine oder andere Kilo zu viel mit mir herumgetragen habe. Ja, es hat alles an dem Tag angefangen als ich zum ersten Mal zu Paporn und Thomas kam, da mich ja sonst niemand haben wollte. Ich bin auch dort im alten Haus sofort über den Hof gerannt und habe Nicky kennen gelernt, die immer wie eine Mutter für mich war. In der Nacht habe ich mich immer an ihren Bauch geschnuckelt und habe die mütterliche Wärme ihres Körpers gefühlt. Ich vermisse sie sehr, seit sie uns verlassen hat. Es ist natürlich auch besonders wichtig für einen kleinen Hund wie mich, dass man gute Freunde hat, die zu einem stehen. Im Grunde kann ich mich aber nicht beklagen, da die anderen Hunde hier immer sehr verständnisvoll waren. Auch wenn die anderen Hunde viel größer waren als ich, so war ich doch immer ein Teil des Teams. So habe ich auch immer gerne mit Paula und selbst mit Klinsi oder Fighter gespielt, der mich in meinen letzten Wochen viel getröstet hatte.

Ich verlasse ein Leben mit sehr vielen schönen Erinnerungen. Da waren die alten Tage, wenn Nicky, Paula und ich ein perfektes Team abgegeben haben und zusammen haben wir dann das Haus gegen alle Eindringlinge bewacht. Ich erinnere mich noch sehr genau an all die Abende als wir zusammen eine Maus im Garten gejagt haben und dabei alle zusammen gearbeitet haben. Ja, wir waren ganz einfach Hunde und das war großartig. Natürlich habe ich mich auch immer lautstark bemerkbar gemacht und das vor allem immer dann, wenn ein Motorrad vor dem Haus vorbei fuhr, da ich diese Dinger absolut nicht ausstehen konnte. Später wurde es noch toller als dann Mona und Lisa zu uns kamen und das team noch größer wurde. Schon bald sind wir dann ins neue Haus umgezogen und dort haben wir dann Hiso und später die braunen Wilden Klinsi, Klose und Zidane in unser team aufgenommen. Und das Team wuchs ständig weiter. Da gab es dann plötzlich so viele Freunde mit denen man spielen konnte und da keiner von uns jemals in einen Käfig gesperrt wurde, konnten wir alle die Freiheit genießen und auf dem ganzen Grundstück herumtollen. Ja, das waren die Tage und ich fühle mich so gut, dass ich ein Teil davon war.

Nun, am Ende meiner Reise muss ich feststellen, dass es im Tierreich doch sehr viel Leid gibt, das zu vielen Teilen von Menschen verursacht wird. Und doch gibt es da erwähnenswerte Ausnahmen und so haben manche von uns die einmalige Chance dem Schicksal eines Straßenlebens zu entkommen. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass wir verpflegt werden müssen und dass es einen Aufwand bedeutet, aber wir geben euch alles auf unsere Art wieder zurück. Nach all den Jahren bin ich noch immer davon überzeugt, dass wir zusammen ein sehr gutes Team abgegeben haben: Menschen, Hunde und Katzen. Doch wenn mir noch ein einziger Wunsch gewährt würde, dann wäre es, dass mehr Menschen einen Straßenhund oder eine Straßenkatze adoptieren würden. Es gibt so viele Dinge, die wir alle nicht ändern können, doch wir alle haben die Macht für uns alle ein besseres Leben zu schaffen, das es auch wert ist gelebt zu werden. Da liegt so viel Schönheit in der Hilfe für Andere und wenn ihr einmal sehen könntet, wie wir im Garten herumtollen, miteinander spielen, den Mond anheulen und unsere menschlichen Freunde küssen, nun, dann würdet ihr sicherlich ganz schnell verstehen, wie viel ein gesundes und beschütztes Leben für uns alle bringen kann. In diesem Sinne solltet ihr euch keine Sorgen um mich machen, denn ich genieße es mit meinen alten Freunden dort an der Khlongdogs Palme am See zu spielen. Doch vielleicht nehmt ihr euch eine Minute Zeit und denkt über die Idee nach, doch auch selbst einen unserer armen Freunde von der Straße aufzulesen, ihnen ein Zuhause zu geben und dann die Harmonie zu erleben, die euch nur wir Tiere geben können.

In Liebe

Euer Joey

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