 |
|
Bestimmt haben Sie bereits unsere Freunde gesehen, die in den
Bäumen des Dschungels hängen und über die weiten Savannen des
afrikanischen Kontinents springen. Wenn Sie aber genauer
hinsehen, dann werden Sie in Ihrer Nähe eine andere sehr
interessante Wildnis finden. Ja, wir sind die Wildnis in der
Stadt und unsere Vielfältigkeit steht der anderen Wildnis in
nichts nach. In unserer Gemeinde finden Sie nicht nur die
üblichen Nager, die hier ihren täglichen Geschäften nachgehen,
sondern Sie finden auch geschäftige Eichhörnchen, singende
Vögel, schlafende Schlangen und natürlich uns, die Katzen und
Hunde auf den Straßen Bangkoks.
Wahrscheinlich denken Sie bei Hunden und Katzen zunächst an all
die lieblichen Haustiere, die, wohl behütet und gepflegt, ein
gutes Leben in einem der schönen Häuser der Stadt führen und
sich dabei immer der Liebe ihrer Besitzer sicher sein können.
Ja, so war es einmal, aber das ist lange her und vieles hat sich
inzwischen geändert. Zu viele von uns führen nun ein hartes
Leben auf der Straße, in dieser Wildnis inmitten der Stadt.
Als Mitglied dieser Gemeinschaft führen wir nun ein Leben unter
ganz anderen Bedingungen und für die meisten von uns bedeutet
dies, dass wir kein angenehmes Zuhause haben, wenn die Regenzeit
oder der Winter beginnen, wir haben nichts zu essen und kein
Wasser zum trinken und wir wissen nicht, was es bedeutet geliebt
zu werden. Manche von uns wurden von Autos angefahren und nun
ziehen sie ihre gebrochenen Gebeine hinter sich her, andere
werden von Hautkrankheiten geplagt, sind ausgehungert und
schwach.
Wir alle waren einmal eure Freunde und Begleiter, wir haben das
tägliche Leben mit euch geteilt und wir haben hart mit euch im
Haus und auf dem Feld für unser tägliches Brot gearbeitet. Aber
über die Zeit haben wir wohl dieses Privileg verloren und unsere
Mithilfe ist heute nicht mehr gefragt. In eurer Welt sind wir
jetzt arbeitslos und obdachlos, doch wir haben keine Ansprüche
auf Sozialhilfe oder ärztliche Behandlung, um uns durch den Tag
zu helfen.
Die Zahl der obdachlosen Hunde und Katzen steigt indes immer
weiter an und vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass
inzwischen bereits über 200.000 Straßenhunde allein in Bangkok
leben. Natürlich kennt man die genauen Zahlen nicht und die
Dunkelziffer ist hoch. Sie können uns aber überall leicht
finden, in den großen Straßen genau so wie in den Gassen und
Nebenstraßen, wir leben in Tempeln und Schulhöfen, auf
öffentlichen Plätzen und in Parkanlagen und natürlich entlang
der vielen Khlongs hier in Bangkok. Es liegt uns fern euch in
eurem Leben zu stören, doch der schlichte Hunger und Durst ist
die letzte Kraft, die uns noch antreibt.
Daher lieben wir natürlich auch all die Plätze, wo es etwas zum
essen gibt und, um ehrlich zu sein, sind wir bei der Auswahl
nicht sehr wählerisch. So ernähren wir uns eben von all dem, was
Ihr wegwerft. Kein Wunder, dass wir uns deshalb in der Nähe der
Mülleimer aufhalten und um all die Garküchen herumstreunen.
Leider sind auch die Essensreste oft für uns nicht zu erreichen,
da diese in den schwarzen Mülltüten verschwinden und dann mit
dem Müllwagen abtransportiert werden, anstatt in unserem Magen
zu landen. Die meisten von uns haben daher richtiges Hunde- oder
Katzenfutter seit vielen Jahren nicht mehr gesehen und schon gar
nicht gegessen. Daher erübrigt es sich eigentlich auch zu
erwähnen, dass eine solche Existenz nicht unbedingt förderlich
für unsere Gesundheit ist. Und das ist dann auch der Hauptgrund,
warum viele von uns so krank und so schwach sind und selbst
einem heranfahrenden Auto nicht mehr schnell genug ausweichen
können, da wir einfach nicht mehr schnell genug sind, um auch
den Peinigern entkommen zu können, die es irgendwie spaßig
finden uns zu schlagen.
Vielleicht fragt sich an dieser Stelle auch der eine oder
andere, warum wir überhaupt auf der Straße und nicht in einem
netten Häuschen leben. Nun, viele von uns haben genau das getan,
wurden aber dann aus irgend einem Grunde auf die Straße gesetzt
oder einfach vergessen. Da gibt es sogar manche, die wurden aus
fernen Ländern eingeflogen, führten ein tolles Leben und finden
sich heute doch auch in unserer Mitte als Straßenhunde wieder.
Doch viele haben nie ein Zuhause gesehen und nie Liebe erfahren.
Viele wurden irgendwo in einer dunklen Ecke in Bangkok geboren.
Ja, so sind wir eben hierher gekommen und wir dürfen Sie
versichern: wir alle würden gerne auch wieder ein Zuhause haben.
Aber es gibt Hoffnung.
Es gibt immer wieder Menschen, die wirklich ein Herz für uns
Tiere haben und uns zu essen und zu trinken geben. Andere haben
Tierheime gebaut und geben dort ärztliche Hilfe und Pflege für
die Ärmsten unter uns, die Kranken und die Verletzten. Und doch
gibt es noch immer eine sehr große Anzahl von Katzen und Hunden,
die ihr Leid zu tragen haben ohne jemals Hilfe zu bekommen. Wir
sind uns nun auch bewusst, dass es an uns selbst liegt unser
Anliegen vorzutragen, die Probleme zu erklären und euch Menschen
so gut wie möglich zu erreichen, denn wir benötigen eure Hilfe.
Aus diesem Grunde haben wir auch diese Internet Seite ins Leben
gerufen.
Diese Internet Seite ist daher all den Mitgliedern der
städtischen Wildnis gewidmet, wobei wir uns aufgrund der großen
Zahl vor allem auf Katzen und Hunde konzentrieren. Wir haben
auch absichtlich nicht den Ansatz gewählt Sie ausgiebig zu
schockieren, um unser Appell an sie zu richten, obwohl sich dies
aufgrund der Natur des Themas manchmal nicht ganz verhindern
lässt. So versuchen wir jedoch so weit wie möglich objektiv zu
sein und Ihnen die Entscheidung zu überlassen, ob Sie uns
letztlich dabei helfen wollen unser Leben zu verbessern.
Bitte gehen sie jetzt nicht gleich wieder weg und lesen Sie auf
unserer Seite weiter, wie Sie uns auf Ihre eigene Art helfen
können. Wir haben für Sie ganz verschiedene Kapitel vorbereitet
und so können Sie auch generell Information über die Betreuung
und Ernährung von Haustieren erhalten. In jedem Falle aber
erfahren Sie mehr über uns, die Straßenhunde und Katzen in
Bangkok.
|