Hilfe für Hunde und Katzen in den Straßen Bangkoks
   

Khlongdogs Bericht 10/2008

 
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  Wir haben uns hier bei Khlongdogs dazu entschieden in Zukunft einen regelmäßigen Bericht zu schreiben, um unsere Freunde und Förderer über all die Vorkommnisse und Ereignisse zu informieren, die uns hier bei Khlongdogs täglich bewegen. Natürlich hoffen wir, dass Sie diesen Bericht nicht nur informativ, sondern auch interessant finden und vielleicht trägt der Bericht auch zum besseren Verständnis all der Individuen bei, die hier bei Khlongdogs unter einem Dach leben.

Das wohl schmerzlichste Ereignis der letzten Wochen war sicherlich der Tag, an dem unsere liebe Spirit für immer von uns gegangen ist. Es war für Spirit ja schon schwer genug sich von ihren vielen Vorerkrankungen und Verletzungen zu erholen. Am Ende musste sie den Kampf gegen das Staupevirus aufgeben, da sie diese Kraft nicht mehr hatte. Wir vermissen sie so sehr und doch scheint es so, dass sie uns immer noch besucht und bei uns ist, wenn wir alle im Garten sind. Das war der Platz, den sie am liebsten hatte. Wir werden sie nie vergessen.

Leider gibt es eine weitere schlechte Nachricht, da unser Joey mit Leberkrebs diagnostiziert wurde. Nun müssen wir für ihn einen Behandlungsplan erstellen. Da unser Joey jedoch auch nicht mehr der Jüngste ist, wird das nicht ganz so einfach sein und das schon deshalb, weil er bislang noch keinerlei Symptome der Krankheit zeigt. Wir werden daher erst einmal eine Biopsie machen lassen und dann auf die endgültige Diagnose warten. In der Zwischenzeit bekommt der alte Herr nun Medikamente, um seine Leberfunktionen so gut wie möglich zu unterstützen.

Und dann ist da die liebe Hiso, die sich irgendwie eine Augenverletzung zugezogen hatte, was bei ihrer Behinderung nicht überraschend ist. Die Verletzung in ihrem rechten Auge war ganz offensichtlich schmerzhaft und so bekam sie für fast zwei Wochen vier verschiedene Augentropfen – jede Stunde über den ganzen Tag. Ihr Zustand hat sich doch sichtlich verbessert und sie springt auch wieder mit den anderen Hunden herum. Wir hoffen, dass sie sich bald ganz erholt.

Lisa hat noch immer ihre Magen-Darm-Probleme, die uns langsam eher als Mysterium vorkommen und weniger als eine Krankheit. Inzwischen gehen wir auch davon aus, dass einer der Gründe für ihre dauernden Probleme schlicht ihre sensible Psyche ist. Lisa wurde in der Vergangenheit schon gegen alles Mögliche behandelt, aber eine deutliche Verbesserung zeigte sich erst als wir feststellten, dass ihre Bauchspeicheldrüse zu wenig Enzyme produziert und sie damit kaum etwas richtig verdauen kann. Auch wenn sie heute mit entsprechenden Medikamenten wieder viel besser da steht, so treten doch immer wieder Unregelmäßigkeiten auf, die fast alle auf Ereignisse in ihrer Umgebung zurück zu führen sind. Wir bleiben da dran und versuchen die Symptome so gut wie möglich zu reduzieren.

Dream und Kanom haben sich schwer verliebt und dann auch gleich alle möglichen Stellungen mit wachsender Begeisterung ausprobiert. Nun waren wir natürlich sehr glücklich, dass Dream kurz vor dem Überlauf seiner Testosteron Level kastriert wurde und Kanom sich gleich danach diesem Eingriff unterzogen hat. Im Gegensatz zu Dream, der diesen Eingriff in seine Männlichkeit eher locker nahm, hatte Kanom doch erhebliche Probleme damit. Nicht nur, dass sie gleich am Tag danach wieder in die Klinik musste, da sie sich ohne Unterbrechung übergeben hatte, nein, sie hat dann auch beschlossen ihren Verband und alle Fäden gleich am nächsten Tag selbst zu entfernen. Aber inzwischen sind Beide wieder wohlauf und tollen wild umher.

Paula hat sich mal wieder die Zähne putzen lassen und so ihre alte Schönheit und ein beeindruckendes Colgate Lächeln wiedererlangt. Aber Paula ist alt und erfahren genug, um solche Dinge locker zu nehmen und abgesehen von einem Kratzhusten war sie schnell wieder ganz die Alte. Da sie sich auf ihre alten Tage noch Hals über Kopf in unseren lieben Fighter verliebt hat, sieht man nun ihr Lächeln noch öfter.

Bei den Katzen gibt es nicht allzu viel zu berichten. Dullop ist nicht mehr blockiert und kann nun wieder pinkeln wie in alten Tagen. Nur Romeo gibt uns Rätsel auf, da der kleine Mann einen gesunden Appetit hat und auch sonst alles normal erscheint, aber keinerlei Gewicht zulegt und viel zu ruhig ist. Auch seine Blutwerte sehen normal aus und so gehen wir derzeit noch davon aus, dass er sich irgendwie mit einem Blutparasiten plagt. Er hat gerade eine zweiwöchige Behandlung hinter sich gebracht und wird bald wieder weiter untersucht.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass die für uns aufregendste Zeit war, nachdem wir erfahren haben, dass das Staupevirus bei uns im Hause war, da ja nun alle Hunde direkten Kontakt mit Spirit hatten. Allein die Vorstellung, dass dieses hochansteckende Virus sich in allen Teams hätte verbreiten können war mehr als beängstigend. So wurden sofort alle Hunde innerhalb von zwei Tagen eingehend untersucht und erhielten zur Sicherheit noch eine Nachimpfung. Natürlich war es damit nicht getan und so haben wir die folgenden Wochen jeden Tag alle Hunde auf eventuelle Symptome überprüft. Das treibt einen kurz vor den Wahnsinn. Aber nun dürfen wir wohl sicher sein, dass wir diese Bedrohung überstanden haben.

Sehr gefreut hat uns, dass wir Stefanie Mendola von Tierhilfe Assisi hier bei uns begrüßen durften. Stefanie hat uns in den letzten Monaten so viel geholfen und zumindest hatte sie noch die Möglichkeit Spirit in der Klinik zu besuchen. Ganz offensichtlich hat es Stefanie bei uns gefallen und alle Mitglieder von Khlongdogs haben sich sehr gefreut.

Bianca und Nadine Maehs haben nun eine Patenschaft für Susi übernommen. Ganz lieben Dank an euch.

Und dann waren da all die vielen kleinen Aktivitäten außerhalb unseres Khlongdogs Teams. Nur wenige Tage ist es zum Beispiel her, dass wir in unserer Gegend eine Hundefamilie entdeckt haben, die gerade sechs kleine Welpen bekommen und nun Probleme hat über die Runden zu kommen. Sie haben einen kleinen Platz in der Nähe eines lokalen Restaurants gefunden und leben dort unter einem notdürftig gemachten Häuschen. Wir bemühen uns der Mutter und der Familie immer wieder gutes und nahrhaftes Essen zu bringen, damit die Welpen von der Mutter ordentliche Milch bekommen. Wir hoffen natürlich, dass die kleinen Welpen es schaffen und gesunde Hunde werden. Und dann ist da ein alter Golden Retriever in einem Außenbezirk, der an Krebs leidet und niemanden hat, der ihm hilft diese Krankheit zu überstehen. Aber wir vergessen auch die anderen vielen hungrigen Mäuler überall am Rande der Straßen nicht. Es ist für alle Streuner sicherlich eine gute Sache, dass wir uns nun am Ende der Regenzeit befinden.

Oktober 2008
   
   
 
   
   
 
     
     
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