Hilfe für Hunde und Katzen in den Straßen Bangkoks
   

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  Vor einiger Zeit wurde ich von einem Auto angefahren. Es geschah so schnell, dass ich mich kaum noch an all die Details erinnern kann. Jedenfalls lag ich irgendwo im Tempel im kühlen Schatten eines Baumes und ruhte mich dort aus, da es sehr heiß war an diesem Tag. Plötzlich bemerkte ich, dass all die anderen Hunde aufstanden und wegrannten. Nun muss ich sagen, dass ich schon damals sehr schwach war und deshalb auch nicht schnell genug auf meine Füße kam. Und da kam dieser Pick-up angerast, viel zu schnell, und fuhr mich an. Der Aufprall warf mich mehrere Meter durch die Luft und ich wurde sehr schwer verletzt – wie sie sich unschwer vorstellen können. Durch den Unfall wurde ein großer Teil meiner Haut an den Hinterbeinen aufgerissen und ich hatte unglaubliche Schmerzen. Der Fahrer hielt natürlich nicht an oder sorgte sich um mich, sondern verschwand genau so schnell, wie er den Weg herunter gerast kam. Ich wurde also wieder einmal im Stich gelassen und so kroch ich in eine stille Ecke, da ich mich kaum noch bewegen konnte. Da lag ich nun und mein Zustand erlaubte es mir auch nicht zu essen oder zu trinken, da ich weder zum Essensplatz gehen oder gar mit den anderen Hunden ums Essen streiten konnte. An diesem Punkt sah ich das Ende meiner Tage.

Etwa eine Woche später kamen die Leute von Khlongdogs, da im Tempel Impftag für uns Hunde war. So wurden wir alle an einen zentralen Punkt gebracht und bei dieser Gelegenheit fanden sie auch mich. Alle waren natürlich sehr beschäftigt, doch Paporn sah mich und sprach mit den Mönchen über mich. Sie waren sich wohl einig mir zu helfen, doch die Impfung von so vielen Hunden machte es notwendig, dass ich erst mal noch im Tempel bleiben musste. Nun weiß ich aber, dass mein Bild schon am nächsten Tag im Internet auf der Khlongdogs Seite auftauchte und die Aufmerksamkeit von Menschen in fernen Ländern fand. So gab mir dann die  Elizabeth Kniaz aus England dann den Namen „Spirit“ und so werde ich ab jetzt genannt.

Dann kam der Tag, mein Tag, der Tag, auf den ich lange gewartet hatte. Paporn kam zurück zum Tempel und alle machten mich bereit für die Reise nach Bangkok. Ich wurde in ihr Auto gelegt und zusammen fuhren wir dann in die Stadt. Dort wurde ich dann sofort in der Suvarnachad Tierklinik aufgenommen. Auf einmal gab es so viel Rummel um mich und Ärzte und Pfleger rannten um mich herum, putzen meine Wunden und bedeckten alles mit sauberen Verbänden. Natürlich hatten sie einen ziemlichen Aufwand all die Zecken und Flöhe aus meiner Haut zu bekommen, aber am Ende hatten sie mich doch in einem akzeptablen Zustand. Ausgestattet mit einer IV Infusion wurde ich dann erst einmal in einen Käfig gelegt und es dauerte auch nicht lange bis mich der Schlaf überkam und ich einschlief.

Der nächste Tag war voll mit medizinischen Untersuchungen. Es stellte sich heraus, dass es Anlass zur Sorge gab, da meine Blutwerte so ziemlich am unteren Ende der Skala lagen. Zusammen mit dem obligatorischen Blutparasiten, ernsthafter Unterernährung, Dehydration und natürlich all die anderen Verletzungen und Entzündungen ergab sich ein nicht besonders gutes Bild. Später am Morgen kam dann Thomas und sprach lange mit dem Arzt. Er verlies das Krankenhaus und kam schon bald mit einem großen Hund namens Klinsi wieder, der für mich Blut spenden sollte. Klinsi lies den Bluttest und die Untersuchungen über sich ergehen, doch als man ihm dann eine Nadel in seinen Hals stecken wollte überkam ihn doch die Furcht und die Prozedur musste abgebrochen werden. Doch am gleichen Abend kam dann Paporn wieder und sie wusste natürlich von Klinsi und der Nadel. Sie wandte sich an die Besucher, die im Wartezimmer saßen und fand ganz liebe Menschen, die zustimmten, dass ihr Labrador Retriever für mich Blut spenden konnte. Und so geschah es dann.

Ich habe die Bluttransfusion noch am selben Abend bekommen und dann machte ich mich fertig für die Nacht. Heute morgen war irgend etwas anders als sonst, denn gestern konnte ich ja nicht einmal von alleine aufstehen und heute bin ich selbst aufgestanden. Aber ich fühle mich noch immer so schwach und würde am liebsten die ganze Zeit schlafen. Später kam dann Thomas vorbei und besuchte mich. Nun, ich glaube, dass ich in meinen 4 Jahren in dieser Welt nicht so viel Besuch hatte wie zur Zeit. Thomas scheint ziemlich redselig zu sein, denn er hat wieder lange mit dem Arzt gesprochen. Es scheint so, dass ich in den letzten 48 Stunden ein halbes Kilo zugelegt habe, aber mein Zustand ist eben noch immer sehr schwach. Wahrscheinlich wird es viele Tage, ja vielleicht Wochen dauern bis ich mich so richtig erholt habe. Aber zumindest hat das Röntgenbild gezeigt, dass ich keine Knochenbrüche habe und das alleine ist ja auch schon etwas. Für die nächsten Tage ist auch noch ein Ultraschall geplant und natürlich werden meine Blutwerte genau überwacht. Wenn ich nur diesen Blutparasiten schon los hätte. Das Wichtigste ist nun aber, dass ich mein Blut wieder aufbaue und vor allem zunehme, um meinen Körper zu stärken. Ja überhaupt muss ich nun sehr stark sein.
   
   
 
   
   
 
     
     
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