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Hält Sie das Kratzen Ihres Haustieres die ganze Nacht wach?
Beißt oder leckt sie oder er seine Haut oder ihre Pfoten und
reiben sie sich mit dem Gesicht auf dem Teppich? Ist das Fell
glänzend und gesund oder sieht es matt aus und besitzt einen
deutlichen Geruch? Jedes dieser Symptome kann auf eine
allergische Dermatitis Ihres Haustieres hinweisen.
Haustiere leiden im Allgemeinen genau so unter Allergien wie
Menschen, wobei sich dies bei Hunden und manchmal auch bei
Katzen oft durch ein starkes Jucken der Haut kenntlich
macht. Zunächst ist es wichtig, dass Sie zu einer genauen
Diagnose kommen, denn viele Faktoren können zu einem Juckreiz
der Haut führen und oft handelt es sich nur um gängige
Krankheiten, die als solche relativ einfach zu behandeln sind.
Zunächst sollten Sie klären, dass ihr Tier keine Flöhe hat, denn
schon ein einziger Biss eines Flohs kann zu starkem Jucken der
Haut ihres Tieres führen. Der Grund hierfür ist, dass die
meisten Tiere sehr allergisch auf den Speichel des Flohs
reagieren. Zur Behandlung ist eine eingehende Untersuchung Ihres
Tieres notwendig, um sicher zu stellen, dass Ihr Tier keine
Flöhe hat. Diese kleinen Ungeheuer können sich nämlich sehr gut
verstecken und zudem bewegen sie sich ungemein schnell.
Sobald der Tierarzt sicher ist, dass keine externen Parasiten
vorhanden sind, müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden.
Krätze, welche durch mikroskopische Milben ausgelöst wird, oder
auch die Flechte, eine Pilzerkrankung der Haut, können ebenfalls
ein Grund für starkes Jucken der Haut und Haarausfall sein.
Hautabschabungen und Kulturen können notwendig sein, um diese
Ursachen zu untersuchen. Erst wenn all dies negativ ausfällt,
wird auf eine allergische Hauterkrankung geschlossen.
Die meisten Tiere reagieren auf Allergene, die über die Atemwege
in den Körper gelangen. Hierzu gehören zum Beispiel Blumen,
Bäume, Unkraut und Gräser. Manche Tiere entwickeln auch
Kontaktallergien gegen Wolle, Teppichspray und Reinigungsmittel,
Hausstaubmilben und viele andere Materialien. Weniger häufig
kommen Allergien gegen Nahrungsmittel vor, welche sich dann als
Hauterkrankung oder Magen-Darm-Problem zeigen. Zum jetzigen
Zeitpunkt gibt es jedoch keine verlässlichen Tests betreffend
Nahrungsallergien, so dass die Ursachen oft nur ausgeschlossen
werden können.
Die Diagnose einer allergischen Hauterkrankung beruht meistens
auf dem Ausschluss anderer Faktoren, da einfache Testverfahren
bis heute nicht vorhanden sind. Zur Diagnose von Allergenen, die
durch die Atemwege in den Körper gelangen, stehen zwei Verfahren
zur Verfügung. Zum einen kann die Feststellung bestimmter
Antikörper durch die Untersuchung einer Blutprobe im Labor
erfolgen. Dabei handelt es sich um reaktive Antikörper gegen
inhalierte Pflanzenallergene. Wenn der Test positiv ausfällt
wird ein Impfstoff hergestellt, um das Tier zu
desensibilisieren. Diese Methode ist in etwa 60% der Fälle
erfolgreich. Zusätzlich kann ein Hautarzt verschiedene Hauttests
vornehmen, wobei ein Stück der Haut rasiert und eine klein Menge
der allergischen Substanzen eingespritzt wird, um entsprechende
Hautreaktionen zu prüfen. Wenn dies positiv ausfällt kann
wiederum ein Impfstoff hergestellt werden, um das Tier zu
desensibilisieren. Diese Methode hat einen Erfolgsfaktor von
etwa 70%.
Wenn eine exakte Diagnose nicht erreicht werden kann, müssen die
Symptome mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Da es
jedoch in vielen Fällen auch sekundäre Hauterkrankungen gibt,
werden oft Antibiotika und antimykotische Medikamente
verabreicht.
Hydrokortison-Spritzen und Substanzen zur oralen Einnahme können
sehr effektiv zur Kontrolle eines starken Juckreizes und
Entzündungen sein. Sofern diese Medikamente korrekt und
kurzfristig eingenommen werden, ist diese Behandlung auch
ungefährlich. Antihistamine können auch genutzt werden und,
obwohl diese bei Tieren nicht so wirksam sind wie bei Menschen,
können diese langfristig angewendet werden und zur Linderung des
Leidens führen.
Manche Tierkliniken nutzen eine bestimmte Kombination aus
natürlichen Heilmethoden mit Vitaminen, Kräutern, speziellen
Shampoos oder auch Fettsäure-Zugaben, sowie die Methoden der
traditionellen Medizin. Doch den meisten Allergien kann nur mit
viel Zeitaufwand und verschiedenen Methoden begegnet werden. In
vielen Fällen gibt es auch keine Heilung, wobei viele der
Symptome zumindest soweit kontrolliert werden können, dass ihr
Tier ein glückliches und zufriedenes Leben führen kann.
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